Was bewertet eine Jury eigentlich bei einem Open Call für Künstler:innen?

Verstehe, wie Kriterien, Punkte, Gremiendiskussionen und Budgets die Auswahl bei Kunst-Open-Calls prägen.

Du reichst eine Bewerbung ein.

Sie enthält dein Portfolio, deinen Lebenslauf, dein Projektvorhaben, dein Budget und deine Motivation.

Dann verschwindet alles in einem Auswahlverfahren.

Was danach passiert, kann ziemlich undurchsichtig wirken.

Schaut die Jury vor allem auf die Qualität deiner Arbeit?

Auf deinen Lebenslauf?

Auf die Originalität des Vorhabens?

Darauf, ob das Projekt realistisch umsetzbar ist?

Oder darauf, wie gut du zum Programm passt?

Die Antwort hängt von der jeweiligen Opportunity ab.

Förderprogramme, Residenzen, Aufträge und Open Calls verwenden unterschiedliche Bewertungskriterien und unterschiedliche Auswahlverfahren.

Und nicht jedes Verfahren wird von etwas geleitet, das tatsächlich Jury heißt. Es können auch Peer-Assessor:innen, externe Expert:innen, Berater:innen, Mitarbeitende oder Auswahlkommissionen beteiligt sein.

Die nützliche Frage lautet deshalb nicht:

Was gefällt Jurys?

Sondern:

Was sollen die Bewertenden tatsächlich beurteilen?

1. Teilnahmeberechtigung und Auswahl sind unterschiedliche Schritte

Bevor du über Jurypräferenzen nachdenkst, solltest du zwei Fragen voneinander trennen:

Darfst du dich bewerben?

und:

Wie stark ist deine Bewerbung gemessen an den Bewertungskriterien?

Das ist nicht dasselbe.

Beim Culture Moves Europe Individual Mobility Call 2025-2026 wird zunächst geprüft, ob eine Bewerbung die Teilnahmebedingungen erfüllt. Teilnahmeberechtigte Bewerbungen werden anschließend von zwei unabhängigen Evaluator:innen bewertet. ↗

Beim Mondriaan Fund wird bei Artist Project ebenfalls zunächst geprüft, ob die Bewerbung und die erforderlichen Anlagen vollständig sind, bevor sie der Beratungskommission zur Bewertung vorgelegt wird. ↗

Eine Bewerbung kann deshalb sämtliche Teilnahmebedingungen erfüllen und trotzdem nicht ausgewählt werden.

Teilnahmeberechtigung bringt dich in das Bewertungsverfahren.

Sie garantiert keine positive Bewertung.

2. Die veröffentlichten Kriterien sind der Auftrag der Bewertenden

Künstler:innen versuchen manchmal zu erraten, was ein einzelnes Jurymitglied persönlich sehen möchte.

Das kann von Informationen ablenken, die bereits veröffentlicht und wesentlich nützlicher sind.

Wenn eine Opportunity Bewertungskriterien veröffentlicht, beschreiben diese Kriterien, was die Bewertenden beurteilen sollen.

Creative Australia erklärt, dass Peer-Assessor:innen Bewerbungen anhand der veröffentlichten Bewertungskriterien der jeweiligen Förderung oder Opportunity prüfen und bewerten. ↗ ↗

Das aktuelle Programm Arts Projects for Individuals and Groups verwendet drei Hauptkriterien:

Qualität,

Umsetzbarkeit,

und Wirkung.

Artist Project des Mondriaan Fund betrachtet getrennt die Qualität und Entwicklung des bisherigen Werks, das kulturelle Unternehmertum und die Qualität des vorgeschlagenen Plans. ↗

Eine starke Bewerbung muss deshalb die Kriterien des konkreten Programms beantworten.

Nicht eine allgemeine Vorstellung davon, was eine gute Bewerbung ausmacht.

3. Künstlerische Qualität kann nur ein Teil der Bewertung sein

Künstlerische Qualität spielt in vielen Auswahlverfahren eine wichtige Rolle.

Sie ist aber nicht zwangsläufig das einzige Kriterium.

Ein Programm kann zusätzlich bewerten:

  • Umsetzbarkeit;
  • Relevanz;
  • Vorbereitung;
  • Wirkung;
  • professionelle Entwicklung;
  • Publikum;
  • Nachhaltigkeit;
  • oder die Passung zu einem bestimmten Ort, Archiv oder einer Institution.

Bei der Munch-Goethe Artist Residency 2026 umfassten die veröffentlichten Kriterien unter anderem die Qualität des vorgeschlagenen Projekts, den Aufbau von Praxis- oder Forschungsbeziehungen in Oslo oder Norwegen, den formulierten und von der Jury wahrgenommenen Bedarf an der Förderung sowie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Communities des Programms. ↗

Der FILE NOT FOUND Residenz-Call 2026 verwendete eine andere Kombination: Qualität und Klarheit des Projektvorschlags, Umsetzbarkeit und Zeitplan, logistische Überlegungen und Relevanz für das gewählte Archiv. ↗ ↗

Der Culture Moves Europe Individual Mobility Call 2025-2026 bewertet Projektrelevanz, Relevanz der Mobilität, Vorbereitung, Ergebnis und Nachhaltigkeit. ↗

Du kannst also starke künstlerische Arbeit präsentieren und trotzdem eine schwache Bewerbung für ein bestimmtes Programm einreichen.

Die Arbeit und das Vorhaben können gemeinsam bewertet werden, müssen aber nicht dieselbe Frage beantworten.

4. Nicht jedes Kriterium wird gleich gewichtet

Gehe nicht davon aus, dass jedes Kriterium gleich wichtig ist.

Manchmal wird die Gewichtung ausdrücklich veröffentlicht.

Beim Culture Moves Europe Individual Mobility Call 2025-2026 verteilen sich die insgesamt 20 Bewertungspunkte auf fünf Kriterien: ↗

  • Projektrelevanz: 4 Punkte;
  • Relevanz der Mobilität: 5 Punkte;
  • Vorbereitung: 5 Punkte;
  • Ergebnis: 4 Punkte;
  • Nachhaltigkeit: 2 Punkte.

Beim Artist Project weist der Mondriaan Fund ausdrücklich darauf hin, dass das Kriterium zur Qualität des Plans innerhalb dieser Förderung stärker gewichtet wird. ↗

Das ist für die Vorbereitung einer Bewerbung relevante Information.

Wenn ein Programm mitteilt, dass ein Kriterium stärker gewichtet wird, sagt das etwas über den Entscheidungsprozess aus.

Gehe deshalb nicht davon aus, dass jeder Abschnitt deiner Bewerbung denselben Einfluss auf die abschließende Bewertung hat.

5. Portfolio und Projektvorhaben können unterschiedliche Fragen beantworten

Ein Portfolio liefert Bewertenden normalerweise Nachweise über Arbeiten, die bereits entstanden sind.

Ein Projektvorhaben beschreibt etwas, das noch nicht stattgefunden hat.

Diese Unterlagen können deshalb unterschiedliche Funktionen erfüllen.

Bei Artist Project berücksichtigt der Mondriaan Fund unter anderem visuelles Dokumentationsmaterial, die Erläuterung der Arbeit und des kulturellen Unternehmertums, den Lebenslauf und den Plan. ↗

Die Kriterien betrachten getrennt die Qualität und Entwicklung des bestehenden Werks und die Qualität des vorgeschlagenen Plans.

Ein Bewertungsverfahren kann deshalb gleichzeitig fragen:

Zeigen die bisherigen Arbeiten eine überzeugende Praxis?

und:

Ist dieses neue Vorhaben überzeugend?

Starke frühere Arbeiten machen einen zukünftigen Plan nicht automatisch überzeugend.

Und eine überzeugende Idee beweist nicht automatisch, dass die Bewerber:in sie umsetzen kann.

Jeder Teil deiner Bewerbung sollte die Nachweise liefern, für die er gedacht ist.

6. “Fit” ist oft konkreter als die Frage, ob einer Jury deine Arbeit gefällt

Die Passung zu einem Programm kann vage klingen.

Oft ist sie deutlich konkreter.

Eine Residenz kann sich um einen bestimmten Ort, ein Archiv, ein Forschungsthema, eine Community oder eine Arbeitsweise drehen.

Der FILE NOT FOUND Call 2026 bewertete ausdrücklich die Relevanz des Vorhabens für das von der Bewerber:in gewählte Archiv. ↗ ↗

Der Munch-Goethe Call 2026 verlangte ein Vorhaben mit Bezug zum Leben oder zu Themen Edvard Munchs und führte den Aufbau von Praxis- oder Forschungsbeziehungen in Oslo oder Norwegen als eines der Förderkriterien auf. ↗

Culture Moves Europe fragt, ob die physische Mobilität tatsächlich notwendig ist, um das gewünschte Projektergebnis zu erreichen. ↗

Passung bedeutet also nicht unbedingt:

Mag diese Organisation Künstler:innen wie mich?

Sie kann vielmehr bedeuten:

Passt dieses konkrete Vorhaben sinnvoll zum Zweck und Aufbau dieses Programms?

Das ist die nützlichere Frage.

7. Umsetzbarkeit ist nicht das Gegenteil von Ambition

Künstler:innen betrachten praktische Details manchmal getrennt von künstlerischer Qualität.

Auswahlkriterien tun das häufig nicht.

Der FILE NOT FOUND Call 2026 bewertete Umsetzbarkeit und Zeitplan ausdrücklich gemeinsam mit Qualität und Klarheit des Projektvorschlags. ↗ ↗

Im aktuellen Programm Arts Projects for Individuals and Groups von Creative Australia ist Viability eines von drei Hauptkriterien. Dabei können die Bewertenden unter anderem berücksichtigen, ob die geplante Aktivität umgesetzt werden kann, ob die beteiligten Personen die erforderlichen Fähigkeiten haben und ob Planung und Ressourceneinsatz realistisch und erreichbar sind. ↗ ↗

Beim Artist Project fragt der Mondriaan Fund innerhalb der Bewertung der Planqualität, ob das Projekt hinsichtlich seiner Durchführung realistisch ist. ↗

Ein Vorhaben kann deshalb ambitioniert sein und trotzdem nachweisen müssen, dass es tatsächlich umgesetzt werden kann.

Je nach Call kann dieser Nachweis zum Beispiel bestehen aus:

  • einem realistischen Zeitplan;
  • einem passenden Budget;
  • bestätigten Partnern;
  • relevanter Erfahrung;
  • Zugang zu Geräten oder Orten;
  • oder einer klar beschriebenen Arbeitsweise.

Welche Nachweise erforderlich sind, hängt von der Opportunity ab.

8. Die Bewertung kann den professionellen Kontext berücksichtigen

Nicht jedes Auswahlverfahren behandelt eine Bewerbung so, als existiere sie vollständig außerhalb des professionellen Kontexts der Künstler:in.

Beim Artist Project erklärt der Mondriaan Fund, dass Hintergrund und Kontext der professionellen Praxis berücksichtigt werden können. Dazu gehören Ausbildung, kultureller Kontext, Art und Dauer der Berufspraxis und die Art der hergestellten Arbeiten. ↗

Das bedeutet nicht, dass die Bewertungskriterien verschwinden.

Es bedeutet, dass bestimmte Informationen im Verhältnis zum professionellen Kontext der Künstler:in verstanden werden können.

Die Entwicklung eines Werks kann zum Beispiel in Bezug auf die jeweilige Phase der künstlerischen Praxis betrachtet werden.

Erfinde aber keine Ausnahmen, die das Programm selbst nicht nennt.

Orientiere dich an den tatsächlich veröffentlichten Regeln.

9. Eine Punktzahl ist nicht immer die endgültige Entscheidung

Einige Auswahlverfahren arbeiten mit Punkten.

Das bedeutet nicht automatisch, dass die höchste Rohpunktzahl direkt zu einer Förderung führt.

Creative Australia ist dafür ein klares Beispiel. ↗ ↗

Peer-Assessor:innen lesen und bewerten die Bewerbungen zunächst anhand der veröffentlichten Kriterien.

Danach besprechen sie gemeinsam die erste Rangfolge.

Im Anschluss an diese Diskussion können die Bewertenden ihre Punktzahlen anpassen.

Creative Australia wendet anschließend das verfügbare Budget auf die endgültige Rangfolge der Peers an. ↗ ↗

Culture Moves Europe verwendet ein anderes Modell. ↗

Beim Individual Mobility Call 2025-2026 werden teilnahmeberechtigte Bewerbungen von zwei unabhängigen Evaluator:innen bewertet.

Danach trifft eine Jury die endgültige Auswahl.

Diese Jury berücksichtigt die Punkte und Kommentare der Evaluator:innen, aber auch das verfügbare Budget und weitere Gesichtspunkte wie geografische und geschlechtsspezifische Ausgewogenheit, unterschiedliche Sektoren, eine Mischung aus Emerging und Established Professionals sowie weitere Aspekte der Inklusion.

Prüfe deshalb, ob ein Auswahlverfahren mit folgenden Elementen arbeitet:

  • Punkten;
  • Ranglisten;
  • Paneldiskussionen;
  • einer separaten Jury;
  • Interviews;
  • Shortlists;
  • Budgetgrenzen;
  • oder zusätzlichen Ausgleichskriterien.

Das sind unterschiedliche Entscheidungssysteme.

10. Eine positive Bewertung bedeutet nicht immer eine Förderung

Wettbewerb und verfügbare Mittel spielen ebenfalls eine Rolle.

Ein Programm kann mehr positiv bewertete Bewerbungen erhalten, als es unterstützen kann.

Creative Australia wendet das verfügbare Programmbudget auf die endgültigen Ranglisten seines Peer-Assessment-Verfahrens an. ↗ ↗

Auch die aktuelle Artist Basic Förderung des Mondriaan Fund erklärt, dass wegen begrenzter Mittel nicht jede positiv bewertete Bewerbung gefördert werden kann. In diesem Fall können positiv bewertete Bewerbungen miteinander verglichen und priorisiert werden. ↗ ↗

Dieser Unterschied ist wichtig.

Eine Absage bedeutet deshalb nicht automatisch:

Die Jury hielt die Arbeit für schlecht.

Sie kann auch bedeuten:

Die Bewerbung wurde positiv bewertet, lag innerhalb des verfügbaren Budgets aber nicht hoch genug,

oder:

Ein anderer Teil des Auswahlverfahrens beeinflusste die endgültige Entscheidung.

Ziehe nur dann eine konkretere Schlussfolgerung, wenn das Programm tatsächlich entsprechende Informationen zur Verfügung stellt.

11. Eine Paneldiskussion kann eine erste Bewertung verändern

Bewertung besteht nicht immer aus vollständig voneinander getrennten Einzelmeinungen.

Manche Systeme sehen bewusst gemeinsame Diskussionen vor.

Creative Australia erklärt, dass Peer-Assessor:innen Bewerbungen zunächst bewerten und anschließend gemeinsam die erste Rangfolge besprechen. ↗ ↗

Nach dieser Diskussion können Punkte angepasst werden.

Eine Bewerbung kann deshalb mehrere Formen der Bewertung durchlaufen:

individuelles Lesen,

Bewerten,

Vergleichen,

und Paneldiskussion.

Andere Programme können unabhängige Bewertungen verwenden, ohne dieselbe Panelstruktur zu haben.

Die praktische Konsequenz ist nicht, ein bestimmtes Jurymitglied vorherzusagen.

Deine Bewerbung sollte klar genug sein, um in den unterschiedlichen Phasen des Verfahrens verständlich zu bleiben.

12. Interessenkonflikte können beeinflussen, wer deine Bewerbung bewertet

Professionelle Kunstfelder sind eng miteinander verbunden.

Bewertende können Bewerber:innen oder beteiligte Organisationen kennen.

Seriöse Bewertungssysteme brauchen deshalb Verfahren zum Umgang mit Interessenkonflikten.

Creative Australia verlangt, dass Bewertende Verbindungen zu Bewerber:innen und Bewerbungen vor den Bewertungssitzungen offenlegen. ↗ ↗

Je nach Art des Konflikts kann eine bewertende Person davon ausgeschlossen werden, eine Bewerbung zu benoten, bei ihrer Besprechung anwesend zu sein oder vollständig an der Bewertung teilzunehmen.

Der Mondriaan Fund erklärt ebenfalls, dass eine beratende Person nicht an der betreffenden Sitzung teilnehmen kann, wenn sie selbst eine Bewerbung eingereicht hat, ihre Organisation eine Bewerbung eingereicht hat oder sie privat oder beruflich an einer anderen Bewerbung beteiligt ist. ↗ ↗

Gehe deshalb nicht davon aus, dass eine Person, die du kennst und die Teil einer Jury ist, automatisch deine Bewerbung beurteilt.

Und richte deine Bewerbung nicht nach persönlichen Vermutungen über einzelne Bewertende aus.

Das veröffentlichte Verfahren ist nützlicher als Spekulation.

13. Nicht jedes Auswahlverfahren veröffentlicht gleich viele Details

Manche Opportunities veröffentlichen:

  • konkrete Kriterien;
  • Punkteverteilungen;
  • Zusammensetzung des Panels;
  • einzelne Bewertungsphasen;
  • Interviewtermine;
  • oder Informationen zur Rangfolge.

Andere veröffentlichen kaum mehr als einen kurzen Satz.

Für die Munch-Goethe Residency 2026 veröffentlichte das Goethe-Institut die Förderkriterien und erklärte, dass Vertreter:innen der Edvard Munch Studio Foundation und des Goethe-Instituts die Jury bilden würden. ↗

Die FILE NOT FOUND Richtlinien 2026 gingen weiter. ↗ ↗

Sie veröffentlichten die Auswahlkriterien, die Zusammensetzung der Jury und einen Zeitplan mit Jurytreffen, ersten Rückmeldungen, Interviews und endgültiger Auswahl.

Andere Opportunities sagen möglicherweise nur, dass ein Panel die erfolgreichen Künstler:innen auswählt.

Fehlen Informationen, erfinde keinen verborgenen Prozess.

Markiere ihn als:

nicht angegeben.

Auch das ist relevante Information.

Rekonstruiere vor dem Absenden das Bewertungsverfahren

Eine hilfreiche Methode zur Kontrolle deiner Bewerbung ist, für einen Moment nicht mehr wie die Bewerber:in zu denken.

Lies die veröffentlichten Informationen so, als wärst du selbst Teil der Bewertung.

Frage:

Teilnahmeberechtigung

Erreicht meine Bewerbung überhaupt die inhaltliche Bewertung?

Kriterien

Was genau sollen die Bewertenden beurteilen?

Gewichtung

Sind manche Kriterien wichtiger als andere?

Nachweise

Welcher Teil meiner Bewerbung liefert Nachweise für welches Kriterium?

Künstlerische Praxis

Was wird in meinen bisherigen Arbeiten bewertet?

Projektvorhaben

Was wird am zukünftigen Projekt bewertet?

Passung

Warum passt dieses Vorhaben genau zu dieser Opportunity?

Umsetzbarkeit

Woraus wird erkennbar, dass der Plan realistisch durchgeführt werden kann?

Verfahren

Gibt es Punkte, Ranglisten, Paneldiskussionen, eine Jury, eine Shortlist oder ein Interview?

Konkurrenz

Kann eine positiv bewertete Bewerbung trotzdem ausscheiden, weil Plätze oder finanzielle Mittel begrenzt sind?

Wenn die offiziellen Informationen eine dieser Fragen nicht beantworten, gehe auch nicht davon aus, die Antwort zu kennen.

Eine Auswahlkommission bewertet eine Bewerbung, nicht deinen gesamten Wert als Künstler:in

Eine Bewerbung ist ein begrenztes Paket von Nachweisen, das für eine konkrete Entscheidung eingereicht wird.

Die Bewertenden sollen kein universelles Urteil über deine gesamte künstlerische Praxis fällen.

Sie entscheiden, wie die in dieser Bewerbung enthaltenen Nachweise im Verhältnis zu den Kriterien und zum Entscheidungsverfahren des jeweiligen Programms abschneiden.

Dieser Unterschied ist wichtig.

Eine Absage bei einem Open Call beweist nicht, dass dieselbe Arbeit oder dasselbe Vorhaben in einem anderen Kontext schwach wäre.

Und eine erfolgreiche Bewerbung liefert keine universelle Formel, die du anschließend überall unverändert wiederverwenden kannst.

Für Artist Opportunity Assistant ist die nützliche Information deshalb nicht nur:

Es gibt eine Jury.

Sondern:

was die Bewertenden beurteilen, welche Nachweise sie erhalten, wie die Entscheidung aufgebaut ist und welche Teile des Verfahrens nicht veröffentlicht sind.

Redaktioneller Hinweis

Auswahlverfahren unterscheiden sich erheblich zwischen Förderprogrammen, Residenzen, Aufträgen und Open Calls. Die Beispiele in diesem Leitfaden beschreiben konkrete veröffentlichte Bewertungssysteme und sind kein allgemeingültiges Modell für Juryentscheidungen. Kriterien und Verfahren können sich außerdem zwischen Bewerbungsrunden ändern. Verwende immer die aktuellen veröffentlichten Kriterien und Informationen zum Auswahlverfahren der Opportunity, die du in Betracht ziehst.

Quellen und Verweise

  1. How we assess applications — Creative Australia Quelle öffnen

    Current first-party programme or assessment guidance, checked for the named scheme and cycle.

  2. Arts Projects for Individuals and Groups — Creative Australia Quelle öffnen

    Current first-party programme or assessment guidance, checked for the named scheme and cycle.

  3. Call for Individual Mobility 2025-2026 — European Commission, Culture Moves Europe Quelle öffnen

    Current first-party programme or assessment guidance, checked for the named scheme and cycle.

  4. Artist Project — Mondriaan Fund Quelle öffnen

    Current first-party programme or assessment guidance, checked for the named scheme and cycle.

  5. Artist Basic — Mondriaan Fund Quelle öffnen

    Current first-party programme or assessment guidance, checked for the named scheme and cycle.

  6. Advisors and committees — Mondriaan Fund Quelle öffnen

    Current first-party programme or assessment guidance, checked for the named scheme and cycle.

  7. Munch-Goethe Artist Residency in Oslo, 2026 — Goethe-Institut Quelle öffnen

    Official Goethe-Institut source. The named historical 2026 page or PDF was verified against an indexed copy of the same official material when direct retrieval returned 404; the official project site remained accessible.

  8. FILE NOT FOUND: Open Call Guidelines, Artistic Research Residencies, 2026 — Goethe-Institut Quelle öffnen

    Official Goethe-Institut source. The named historical 2026 page or PDF was verified against an indexed copy of the same official material when direct retrieval returned 404; the official project site remained accessible.

  9. FILE NOT FOUND project — Goethe-Institut Quelle öffnen

    Official Goethe-Institut source. The named historical 2026 page or PDF was verified against an indexed copy of the same official material when direct retrieval returned 404; the official project site remained accessible.